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Ein Rückblick auf die vergangene Muschelsaison

Der milde Winter 2015/2016 brachte erst im Januar Frosttage und Anfang Februar Stürme. Die Muscheln auf den Kulturen haben diese relativ gut überstanden, wenig Muscheln wurden abgespült. Es gab allerdings viel Wegfraß durch Seesterne und Eiderenten.
Der Verkauf der ersten Miesmuscheln startete am 29. Juni 2016 auf der Auktion in Yerseke. Als erster niedersächsischer Muschelfischer verkaufte David de Leeuw am 10. Juli Muscheln mit 33 % Fleischgehalt. Die Muscheln, die 2016 zum Verkauf standen, gingen alle auf den Brutfall 2014 zurück. Vor zwei Jahren gab es einen geringen Brutfall und dementsprechend wenig Saatmuscheln sowie eine eher unterdurchschnittliche Langleinen-Ernte. Zudem wurden diese Muscheln dann auch noch von starken Herbststürmen weggespült. So standen 2016 also eher wenig Muscheln zum Verkauf.

Der Muschelverkauf in den Niederlanden verlief problematisch. Der Preis lag enorm tief und stieg kaum - für richtig gute Muscheln wurden nur 80 Cent bis 1,20 €/kg gezahlt. Der niedrige Preis resultierte aus frühzeitigen Preisabsprachen zwischen Handel und den Großhändlern (Supermärkte); der Preis für „normale“ Muscheln lag bei 60 Cent/kg!
Zudem wurde das Kugelfischgift TTX (Tetrodotoxin) in einigen Muscheln in der Osterschelde gefunden, was zur Schließung von 2 Bereichen, in denen Vorratsparzellen für den Verkauf liegen, führte. Die Handhabung der TTX Funde war sehr emotional und die Presse reagierte sensationslüstern, was natürlich den Verbraucher stark verunsicherte. Schließlich wurde kein TTX im Wattenmeer gefunden. Die sehr niedrig angesetzten Grenzwerte wurden mittlerweile hochgesetzt. Seit Ende Juli gab es kein TTX mehr in Osterschelde, NL, die Vorratsparzellen wurden wieder frei gegeben.

Kein harter Winter, keine längere Frostperiode bedeuten normalerweise wenig Nachwuchs, also ein geringer Brutfall und wenig Saatmuscheln. Aber Mitte Juni wurden schon die ersten Jungmuscheln gesichtet. 2016 fand alles sehr viel früher als sonst statt (etwa 1 Monat ). Es gab einen frühen Brutfall, die Langleinen waren sehr früh bewachsen. Zudem wuchsen die Jungmuscheln durch das warme Wetter schnell. Am 14.7. erfolgte die erste Langleinen- Ernte. Die Muscheln sind an den Langleinen enorm schnell gewachsen, was ein Zwischenbürsten erforderlich machte.

Zur Besatzmuschelfischerei ab August wurden mehrere ergiebige Stellen im Sublitoral auf der Ems gefunden. Im Bereich Randzel Süd und Hamburger Sand war auch im Eulitoral Saat gefallen. Es gibt sicherlich auch noch weitere Stellen, die aber wegen zu viel Arbeit gar nicht weiter aufgesucht wurden.

Der Verkauf belief sich, wie vorhergesagt, auf eine eher bescheidene Menge (2.125 t), die zu einem bescheidenen Durchschnittspreis (1,10 €/kg) verkauft wurden.
Die Langleinenernte war insgesamt zufriedenstellend und es wurde eine außerordentlich große Menge an Besatzmuscheln gefischt (7.500 t). Leider wurde schon im Herbst ein starker Wegfraß durch Seesterne und Eiderenten festgestellt. Bis Ende September gab es enorm warmes und ruhiges Wetter, erst Ende September setzten die erste Stürme ein und ab Oktober wurde es kälter. Eine lange Saatfischereiperiode bis Mitte Dezember folgte.

Um Weihnachten und Mitte Januar 2017 gab es heftige Stürme (Egon) und Mitte Januar eine Frostperiode. Auf 2 sublitoralen Stellen auf der Ems fand auch im Frühjahr 2017 weiter Saatfischerei statt, allerdings mit mäßigem Erfolg. Eine weitere Stelle wurde im Wurster Arm ausgemacht. Der März war ein enorm warmer März, so dass schon wieder der erste Brutfall sehr früh stattfand - zumindest in den Niederlanden wurde schon die erste Brut gesichtet. Der April wiederum war zu kalt. Im Frühjahr sind nun die Fischer mit ihren Kuttern auf der Werft gewesen. Die Langleinen wurden wieder aus dem Winterlager ausgebracht, Muscheln auf den Kulturen umgepflanzt und der Verkauf ab Mitte Juli vorbereitet. Die Auktion in Yerseke hat am 22 Juni mit dem Verkauf von vorerst niederländischen Muscheln begonnen. Leider erwarten wir auch dieses Jahr wiederum niedrige Preise und eine hohe Verkaufsmenge an niederländischen Speisemuscheln.

Nun hoffen wir auf eine gute Verkaufssaison und einen guten Brutfall an Jungmuscheln, so dass die Kulturflächen wieder mit neuen Muscheln bepflanzt werden können, die dann hoffentlich 2019 zum Verkauf stehen.


Die Vorträge vom diesjährigen und letztjährigen Muschelfest sowie Information zu weiteren aktuellen Themen finden Sie unter Info.

Bilder zu den Muschefesten sowie anderen Ereignissen finden Sie unter Bilder

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