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Ein Freund ist von Bord gegangen

Die niedersächsischen Muschelfischer sind tief betroffen durch
den plötzlichen und unerwarteten Tod von Dr. Gerald Millat, Mitarbeiter
der Nationalparkverwaltung Niedersachsen.

Als Wissenschaftler der Ökosystemforschung Wattenmeer und
anschließend im Dienst der Nationalparkverwaltung hat er sich
den Respekt und das Vertrauen der Fischer durch die Qualität seiner
Arbeit und sein zuverlässiges fachliches Urteil erworben.
Mit seiner offenen und freundlichen Art und seiner steten Präsenz an
der Küste und an Bord ist er ihnen über die vielen Jahre
der vertrauensvollen Zusammenarbeit ein wirklicher Freund geworden.

Er hat viel dazu beigetragen, dass das Muschelbewirtschaftungsprogramm
auf Fakten beruhte und war immer um Ausgleich bemüht.

Dafür sind die Fischer dankbar und trauern mit seinen Angehörigen.

Manuela Gubernator und ihre Muschelfischer
 



Presseinformation Muschelfest in Greetsiel am 15. August 2016

Dieses Jahr feiert die Niedersächsische Muschelfischer GbR ihren 20. Geburtstag!
1996 haben sich die vier niedersächsischen Fischereibetriebe aus Greetsiel, Norddeich und Hooksiel zum Zusammenschluss in einer Interessengemeinschaft entschieden. Die Fischerei im Nationalpark stand damals stark in der Kritik und auch die zunehmenden Nutzungskonflikte im Küstengewässer sollten gemäß dem Motto: „gemeinsam sind wir stark“ vereint angegangen werden.

Die Muschelfischerei wird im Prinzip seit 20 Jahren durch die gleichen Betriebe ausgeübt. Mit 5 Schiffen bewirtschaften sie ihre Kulturflächen im Küstengewässer. Die Saatmuscheln werden nach einem Brutfallereignis entweder von neu besiedelten Jungmuschelbänken gewonnen oder von Langleinen, das sind künstliche Anheftungssubstrate, die die Fischer in der Wassersäule ausbringen. Die „Bauern“ der Meere bringen die so erworbene Saat auf ihren Kulturen aus und verkaufen die Muscheln in der Regel nach 2 Jahren, wenn sie dann die Konsumgröße erreicht haben.

Viele Themen beschäftigten in den vergangenen Jahren die Muschelfischergesellschaft: die Einführung eines Bewirtschaftungsplans für die Fischerei im Nationalpark, der Bau des Jade-Weser- Ports, zahlreiche Flussvertiefungen, Kabeltrassen zu den Offshore-Windparks, aber auch verstärkte Veterinärkontrollen, die Entwicklung und Installation von Langleinenanlagen, Spülanlagen an Bord, die starke Zunahme der Bürokratie und insbesondere der erfolgreiche Abschluss der MSC-Zertifizierung (Marine Stewardship Council) für nachhaltige Nutzungen 2013.

Die zuvor angeführten Schwerpunkte sind unter anderem auch Inhalte des alljährlich stattfindenden Muschelfestes. Dieses wird im Sommer reihum in den Heimathäfen der Muschelfischer, gemeinsam mit dem Verband der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, veranstaltet. Es findet in diesem Jahr am 15. August in Greetsiel statt. Zahlreiche interessierte Gäste aus Bundes- und Landespolitik, Ministerien, Behörden und Forschung, sowie auch Fischereifreunde werden vormittags im Hotel Hohes Haus von den Einladenden begrüßt und durch Fachvorträge über aktuelle Themen informiert.

Die Geschäftsführerin der Niedersächsischen Muschelfischer, Manuela Gubernator, wird im ersten Vortrag einen Überblick über die vergangene Saison und den aktuellen Stand der Muschelfischerei geben. 2015 gab es im Frühsommer einen umfassenden Brutfall, der allerdings schnell durch Seesternfraß und Stürme dezimiert wurde. Nach dem Saisonbeginn Ende Juni 2015 verkauften die niedersächsischen Muschelfischer knapp 4.000 to Muscheln über die Muschelauktion in Yerseke, allerdings zu einem unterdurchschnittlichen Preis. Da 3 eher mageren Jahre vorangegangen waren, war die Ernte dennoch zufriedenstellend. 2016 fand nach dem milden Winter und dem heißen Frühsommer dieses Jahr ein sehr früher Brutfall satt, so dass nun bald mit der erneuten Saatmuschelgewinnung begonnen werden kann. Die Ernte an Konsummuscheln jedoch, wird dieses Jahr eher mager ausfallen, weil nicht genügend Ware zur Verfügung steht. Die nun zum Verkauf anstehende Ware geht ja auf die Saat von vor 2 Jahren zurück und 2014 gab es nur wenig Brutfall. Zudem sind auf dem niederländischen Markt erneut die erzielten Preise für Miesmuscheln sehr niedrig.

In einem weiteren Vortrag wird Dr. Achim Wehrmann, Forschungsinstitut Senckenberg, aktuelle Informationen zu der Besiedlung des niedersächsischen Küstenmeeres mit Neobiota, also „Neueinwanderern“, geben. Er präsentiert die Untersuchungsergebnisse der neuesten Kartierungen im niedersächsischen Wattenmeer. Abschließend wird Herr Kai Arne Schmidt, Geschäftsführer der Kutterfisch Zentrale, die Situation der Kleinen Hochsee-fischerei und ihre Probleme darstellen.

Im Anschluss können diese Themen dann bei der Ausfahrt an Bord des Muschelkutters "Charlotte“ vertieft werden. Die Firma Conradi, die das diesjährige Muschelfest auch ausrichtet, wird eine Muschelkultur auf der Ems anfahren und die Fischereipraxis der Muschelfischer demonstrieren. Während der Ausfahrt werden die frischen Muscheln an Bord gekocht und verzehrt.

Die Muschelfischer freuen sich, auch dieses Jahr wieder zahlreiche Gäste an Bord begrüßen zu können, um all die Themen, die sie bewegen in diesem fachkundigen Kreis zu diskutieren und sich auf diese Weise auch bei all denjenigen zu bedanken, die dazu beitragen, dass ihre Fischerei noch immer und weiterhin erfolgreich ausgeübt werden kann.

Manuela Gubernator

Geschäftsführerin der Niedersächsischen Muschelfischer GbR


Beim letztjährigen Muschefest wurden drei Vorträge gehalten.

In dem ersten Vortrag stellte die Geschäftsführerin der Niedersächsischen Muschelfischer GbR, Manuela Gubernator, die aktuelle Situation sowie den Verlauf der vergangenen Situation der Muschelfischerei dar.

Dieser Vortrag hier zum runterladen: Aktuelle Situation der Miesmuschelfischerei 2016

Dr. Achim Wehrmann vom Forschungsinstitut Senkenberg am Meer stellte in seinem Vortag: „Neobiota im Wattenmeer – Status Quo und Perspektive“ seine neuesten Forschungsergebnisse vor.

Dieser Vortrag hier zum runterladen: Neobiota-Basislinie in niedersächsischen Küstengewässern

Kai-Arne Schmidt, Geschäftsführer der Kutterfisch-Zentrale Cuxhaven, stellte in seinem Vortrag die Kleine Hochseefischerei in Niedersachsen vor und führte uns in diverse Problemfelder dieser ein.

Dieser Vortrag hier zum runterladen: Kleine Hochseefischerei in Niedersachsen 2016


Beim Muschelfest 2015 in Hooksiel wurden zwei Vorträge gehalten, die hier zum Runterladen vorgestellt werden:
Die niedersächsischen Muschelfischer haben im Oktober 2013 das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei erhalten. Das erste Audit der MSC Zertifizierung fand im Januar dieses Jahres statt. Dabei wurde überprüft, ob die Bedingungen, die an die Zertifizierung geknüpft sind, erfüllt wurden. Offene Fragen müssen geklärt, Auflagen umgesetzt werden. Verschiedene Forschungsprojekte und Studien, die u.a. von den  niedersächsischen Muschelfischer in Auftrag gegeben wurden, wurden den Zertifizierern und NGO´s im Januar vorgestellt. Einen Überblick darüber gab Manuela Gubernator (Geschäftsführerin der Niedersächsischen Muschelfischer) in ihrem Vortrag.

Dieser Vortrag hier zum runterladen: Muschelfest 2015 MSC

Der Geschäftsführer der niederländischen Erzeugerorganisation, Addy Risseeuw, stellte in seinem Vortrag die Muschelfischerei in den Niederlanden vor. Dort kam es nach jahrelangem Ringen mit Naturschutzverbänden zu einer Einigung und ein gemeinsames Strategiebündnis scheint erfolgversprechend;  Inhalte und Umsetzung dieses „Muschel-Convenants“ werden vorgestellt.

Dieser Vortrag hier zum runterladen: Muschelfest 2015 Addy Risseeuw


Bilder zu aktuellen Themen sowie den Muschelfesten finden Sie unter  „Bilder“